Accademia Vergani

Aurora

Endlich gibt es einen guten Grund, auch nach Ladenschluss an die Bahnhofstrasse zu gehen: Das Restaurant «Aurora».

 

Die vielleicht schönste Strasse Zürichs, mit Sicherheit aber die Strasse mit der grössten Ausstrahlung der Stadt, ist die Bahnhofstrasse. Schade also, dass es eigentlich kein Restaurant gibt an der Bahnhofstrasse, in das man auch wegen des Essens geht. Diese Aussage stimmte die längste Zeit, aber seit Frühjahr 2016 kann sie nur noch machen, wer das «Aurora» nicht kennt. Die Betreiber des Restaurants und der Bar ebendort haben Mut. Anders kann man es nicht deuten, wenn man zum ersten Mal hingeht – das Restaurant befindet sich nämlich im ersten Stock. Mit anderen Worten: Wer zu wenig achtsam unterwegs ist, wird möglicherweise am «Aurora» vorbeigehen, ohne es wahrzunehmen. Was schade wäre. Immerhin gibt es im Erdgeschoss eine Bar, die auch als Blickfang dient.

Im ersten Stock angekommen, erinnert einen die Inneneinrichtung – zeitgenössisch europäisch mit asiatischen Einflüssen – an zwei Lokale, die sich in der Nähe befinden und von denen eines einen Name trägt, der recht ähnlich ist wie «Aurora». Spätestens wenn man einen der Betreiber sieht, weiss man weshalb: Stefan Persterer hat zuvor im «Tao’s» und im «Aura» gearbeitet. Das ist bekannt. Was weniger bekannt ist und worauf er Wert legt: Das «Aurora» hiess bereits «Aurora», bevor er und Michael Oberperfler es übernommen haben. Alex Unterberg kümmert sich als Mit-Gastgeber und Barchef um das Wohl der Gäste. Das Angebot beschreiben die Gastronomen selber so: «Mediterrane Cross-over-Küche.» Weil ich kein Freund von Definitionen bin, würde ich es so sagen: «Eine Karte, von der ich fast jedes Essen bestellen möchte.» Zum Beispiel «Tuna Tataki» (mit Wakame und Sesam-Emulsion) oder «New Style Octopus» (mit Chorizo, Kartoffel-Crème und süss-sauren Zwiebeln) oder «Kingfish Ceviche» – und das waren erst die Vorspeisen. Als Hauptspeisen gibt es etwa irisches Rindsfilet (Pfefferkruste, Balsamico-Jus) oder Schweizer Kalbskotelett (Thymian-Jus). Um es kurz zu machen: Was ich probierte, schmeckte. Und zwar fein. Ebenso der Wein – der von meinem Auftraggeber und Verleger dieser Zeitschrift ausgewählt und geliefert wird. Ich empfehle «Lindenhof» (Chardonnay Barrique AOC aus Schaffhausen) sowie den «Collazzi» aus der Toskana, aber die Auswahl ist gross und bietet noch viel mehr.

 

 

Man möchte gerne irgendwo streng urteilen als Restaurantkolumnist, damit das Lob, das man verteilt, ebenfalls glaubwürdig daherkommt. Darum: Das «Aurora» ist ein prima Lokal, wird vielleicht sogar ein Lieblingslokal, aber eher für Herbst und Winter, im Frühjahr und Sommer sitzt mal lieber draussen oder am See, nicht wahr? Nicht ganz – es gibt nämlich eine Terrasse. Auf der sitzt man draussen, an der Bahnhofstrasse.

Text: Mark van Huisseling | Bild: Aurora | Quelle: Vergani Magazin 8

 

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