Accademia Vergani

Rebarbeit im Winter

Nicht nur Bären und Murmeltiere gehen in den Winterschlaf, auch die Reben ziehen sich zurück und schlummern in kalten Tagen dem Frühling entgegen.

flickr_Emanuele Cerquaglia(Bild:Corte Figaretto)

 

Schnee und Winter sind für die Rebstöcke kein Problem, sie sind sogar wichtig. Fallende Temperaturen und schwindendes Licht im Herbst signalisieren den Pflanzen den Rückzug in den Wurzelbereich. So kann die Kälte den Pflanzen weniger anhaben. Und wenn kalt, dann bitte mit Schnee, denn die Schneedecke wirkt wie eine Isolation um die Pflanze und schützt vor Frösten.

Noch sind die Reben im Winterschlaf, die Winzer aber nicht. Denn im Winter laufen nicht nur viele Kellerarbeiten auf Hochtouren, auch im Rebberg stehen wichtige Arbeiten an. Ganz besonders wichtig ist jetzt der Pflegeschnitt der Rebstöcke. Denn was jetzt geschnitten wird oder eben auch nicht, entscheidet zu einem grossen Teil über Erfolg oder Misserfolg im nächsten Jahr. Der Schnitt erfolgt vorzugsweise an einem frostfreien und trockenen Tag. Je nach Erziehungsformen der Rebe variiert der jährliche Schnitt. Weinreben brauchen diesen Pflegeschnitt, er erhält die Vitalität und den Fruchtertrag der Pflanze. Im Frühjahr sieht man die Winzer emsig und fleissig in den Rebbergen, die Zeit ist ideal. In vielen Betrieben wird diese Arbeit von Hand erledigt, was sehr arbeitsintensiv ist. Da die Arbeiten bis allerspätestens Ende März erledigt sein sollten, fangen etliche Betriebe schon ab Januar zu schneiden an. Aufgabe des Winterschnittes ist, dem Rebstock die gewünschte Form zu geben damit eine gute Belichtung möglich ist. Durch den Schnitt wird das generative und vegetative Wachstum gefördert d. h. Trauben und Blätter werden in Übereinstimmung gebracht. So gut wie vollständig weg muss das letztjährige Holz, stehen gelassen werden je nach Erziehungsschnitt eine oder zwei Ruten. Diese bilden die Ausgangslage für die Traubenernte im kommenden Jahr. Der Winterschnitt sagt einiges aus über die Pflege, die der Winzer seinem Rebberg angedeihen lässt. Fürsorgliche Winzer versuchen ihre Stöcke zu schonen und schneiden nur so wenig wie nötig und nur in Notfällen ins alte Holz. Denn anders als bei Obstbäumen werden Holzwunden bei Rebpflanzen nicht überwuchert sondern ausgetrocknet.

 

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