Vino e vita

Aglianico

Sie ist alt, Tausende von Jahre alt und mit der Geschichte des italienischen Weinbaus verwoben wie keine zweite Traube. Darüber hinaus gehört sie zu den besten Traubensorten aus Süditalien. Dürfen wir vorstellen: Aglianico.

 (Bild: sansalvatore1988)

Aglianico gehört zu den ältesten autochthonen Traubensorten Italiens, es gilt als erwiesen, dass sie seit über 2‘500 Jahren ununterbrochen im Süden des Landes kultiviert wird. Wahrscheinlich brachten die Griechen sie mit nach Apulien, von wo aus sie sich rasch verbreitete. Viel schöner ist aber die Legende der alten Römer wonach sie glaubten, Bacchus höchstselbst – Gott des Weines und der Fruchtbarkeit – sei vom Himmel gestiegen und hätte die Rebstöcke an der Küste Kampaniens, am Monte Massico, gepflanzt. Da gedeiht sie auch heute noch prächtig und besonders auf den Böden erloschener Vulkane gefällt es ihr. Der weitaus grösste Teil der rund 10‘000 Hektaren Rebfläche, die in Italien mit Aglianico bepflanzt sind, liegt in Kampanien und der Basilikata, ein kleiner Rest fällt noch auf den Nachbarn Apulien. In diesen Regionen herrscht das trockene und heisse Klima, das dieser Traubensorte so gut gefällt.

Aber sie ist nicht nur eine der ältesten Sorten Italiens, sie ist auch eine der einzigen, die noch wurzelecht ist. Dem festen vulkanischen Boden, wo sie tief und fest wurzelt, hat sie es zu verdanken, dass sie von den europaweiten Heimsuchungen der Reblaus in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschont blieb. Dem fiesen Wurzelschädling gelang es nicht, durch den festen Boden an die Rebwurzeln zu kommen. Damit mausert sich Aglianico zu einer der ganz wenigen wurzelechten Gewächse des Landes.

Aglianico gehört zu den spät reifenden Rebsorten, nicht selten dauert die Ernte bis in den November hinein. Da sie daneben auch sehr früh austreibt, hat die Pflanze in der besonders langen Reifezeit viele Gelegenheiten, ihre Trauben mit einer Vielzahl von Aromen anzureichern. Die Weinqualität steht und fällt mit der Reifezeit, nur vollständig ausgereifte Beeren garantieren das unverwechselbare Aroma. Aufgrund der starken Sonneneinstrahlung und der langen Reifezeit bilden die Beeren eine recht dicke Schale, was ihrem Wein einen hohen Anteil an Gerbstoffen einbringt. Das wiederum macht ihn wunderbar lagerfähig. Was bei reinsortigem Aglianico empfehlenswert ist, noch jung ist er verschlossen und wenig zugänglich. Über die Zeit aber entfaltet er ein gehaltvolles, würziges und körperreiches Aroma mit ausgeprägter Säure. Liebhaber nennen ihn nicht umsonst den Barolo des Südens.

Die Taurasi DOCG mit ca. 230 Hektaren in Kampanien und die Aglianico del Vulture DOC in der Basilikata gelten als renommierteste Anbaugebiete und ziehen mit ihren charaktervollen Weinen auch international Aufmerksamkeit auf sich. Diese Weine werden per Bestimmung reinsortig ausgebaut, und haben eine Reifezeit von mindestens drei Jahren.

Mit einem Aglianico holt man sich einen süditalienischen Sommerabend ins Glas, intensiv, dunkel und verheissungsvoll hat er die heissen Sommertage eingefangen und bezaubert mit einem Aroma von reifen, dunklen Beeren, Schokolade, Veilchen, Tanninen und Tabak. Wenn Sie ihn dann geniessen, mit herzhaften Wurstwaren oder einer Grigliata, dann fühlen Sie sich wie an einem Sommertag im Süden.

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