Vino e vita

Gran Selezione

Der Chianti Classico betreibt Imagepflege. Was hat es auf sich mit der Gran Selezione?

 
Gran selezione

Gran Selezione – der «beste» Chianti-Wein von Ruffino. (Bild: Flavia Vergani)

Wer kennt ihn nicht, den beliebtesten Rotwein Italiens. Chianti gehört zum Italienbild wie die Schoggi zur Schweiz, die Weine aus der Toscana sind rund um den Globus Inbegriff für Italianità. Obwohl berühmt ist aber der Ruf des Chianti Classico leider nicht immer der Beste, viele der Weine verschwinden in grossen Massenabfüllungen.

Die Vereinigung der Chianti Classico-Erzeuger, das Consorzio Gallo Nero, hat den Handlungsbedarf erkannt und sich an eine neue Qualitätsklassifikation gemacht. Drei Jahre lang hatten die Verantwortlichen an einem Konzept gearbeitet und ein dreistufiges Modell eingeführt. An der Qualitätsspitze steht seitdem die Bezeichnung Gran Selezione. Sie soll strahlenden Glanz in das berühmte Anbaugebiet zwischen Florenz und Siena bringen. Nur Weine aus den besten Weinbergen eines Weingutes und nach strengen Regeln und noch strengeren Kontrollen dürfen dieses Prädikat tragen. Beispielsweise müssen die Weine mindestens 30 Monate im Keller bleiben, die Minimum-Extraktwerte liegen bei 26 Gramm pro Liter und die Zuordnung der Weinberge in die verschiedenen Kategorien erfolgt vor der Produktion.

Die Unterschiede zur nächsten Stufe, der Riserva, sind bei diesen Kriterien nur minimal. Hier beträgt die Lagerzeit vor Verkauf 24 Monate und die Extraktwerte liegen bei 25 Gramm pro Liter.

Der Basiswein Chianti Classico, der Hauptteil der Produktion, wird als Annata, als Jahrgangswein, bezeichnet und macht die unterste Stufe aus.

Für alle Kategorien gilt die Vorschrift, dass die Weine zu 80 Prozent aus Sangiovesetrauben bestehen müssen. So weit, so gut. Das auffälligste Merkmal in der neuen Zertifizierung ist somit die Selektion der besten Weinberge. Was auf den ersten Blick als grosser Schritt anmutet, ist gleichzeitig auch sein Fallstrick: die Einteilung der besten Weinberge trifft nämlich der Produzent selbst. Nix da von Lagenklassifizierung à la Burgund oder Bordeaux. Somit sind Gran Selezione Weine nicht immer auch Terroir-Weine, die neue Regelung lässt da den Produzenten Spielraum. Bestimmt ist ein Gran Selezione ein guter Wein, zumindest aus der Sicht des Produzenten sein bester – wie beispielsweise der Riserva Ducale Oro Gran Selezione von Ruffino (siehe Titelbild). Was aber zum Vergleich mit anderen Weinen keine Aussagekraft hat. Es bleibt nichts anderes übrig, als eben diesen Vergleich selber anzutreten.

 

 

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