Vino e vita

Sagrantino, das geweihte Tanninwunder

Der Heilige Franziskus von Assisi und die geweihte Traube seiner Mönche haben den Grundstein gelegt für Weine mit Weltruhm.

person holding grapes

(Bild: unsplash.com Maja Petric)

 

Die Sagrantino-Traube gehört zu den ganz alten Rebsorten Italiens. Und einige Experten betrachten sie als die beste autochthone Rebsorte des Landes schlechthin. Die rote Traube aus Umbrien, dem kleinsten Weinbaugebiet Italiens, verdankt ihr Dasein dem heiligen Franz von Assisi. Denn der berühmteste Sohn der umbrischen Stadt begründete in den Jahren um 1200 den Orden der Franziskaner und es waren ebensolche Franziskanermönche, die im Mittelalter einer ganz besonderen Traube rund um Assisi Sorge trugen und sie liebevoll die „Geweihte“ nannten, Sagrantino. Denn aus ihr wurde vino sacro gekeltert, der Messwein und Festtagswein.

 

Heute ist das kleine Städtchen Montefalco Hochburg der edlen Traubensorte. Das bezaubernde Plätzchen ist Mitglied der „Borghi più belli d’Italia, den schönsten Orten Italiens. Sein Montefalco Sagrantino trägt seit 1992 den höchsten Qualitätsstandard DOCG. Der Wein ist berühmt für seine unglaubliche Lagerfähigkeit, denn er macht sich eine weitere Superlative der Traube zu Nutzen: Die Sagrantino-Traube hat den höchsten Tanningehalt überhaupt, keine andere Traube auf der grossen, weiten Welt kann es mit ihr aufnehmen. Der Wein wird als „Secco“, trocken, oder als „Passito“, Dessertwein, hergestellt und wird ausschliesslich sortenrein aus Sagrantino gekeltert. Der Montefalco muss per Dekret für mindestens 3 Jahre im Keller schlummern, bevor er überhaupt auf den Markt kommen darf. Und danach tun ihm weitere 10-15 Jahre keineswegs schlecht, im Gegenteil, diese Weine können gut und gerne 20 Jahre und mehr auf ihren Auftritt warten. Die Spitzengewächse sind finessenreich und elegant, schwer und fast pechschwarz, ein Wein der über die Jahre seine Aromen verdichtet zu einer Mixtur, die sonst nur schwer zu finden ist, mit Noten von Gewürzen und schwarzen Früchten, Leder und Tabak. Zugegeben, ein Wein für Fortgeschrittene und Liebhaber mit viel Geduld. Der Süsswein wird im herkömmlichen Passitoverfahren hergestellt, aus überreifen und angetrockneten Sagrantino-Trauben, der mit seiner feinen Restsüsse und seinem Alkoholgrad von rund 14 Volumenprozent an Portwein erinnert

 

Bis heute ist der Sagrantino di Montefalco ein Geheimtipp, ein Wein der die Ruhe ausstrahlt, die er zum Reifen gebraucht hat. Und das ist genau das, was ihn ausmacht: Ein Wein der in sich selbst ruht, der in Jahrzehnten gemessen wird. Nichts für den gehetzten Menschen oder die zeitgetriebene Unruhe. Ein Wein für eine besondere Auszeit, eine opulente Entschleunigung. Umbriens „geweihter“ Wein ist wahrlich göttlich.

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