Vino e vita

Verdicchio: Fisch-Schmeichler

Kaum einer passt zu tischfertigen Wassertieren besser als der Weisswein aus den Marken!

Lange Zeit führte dieser frische mediterrane Weisse im Hinterland der Marken ein Schattendasein. Dabei passt kaum etwas so gut zu Meeresfrüchten und Fisch wie dieser duftige, rassige und mineralische Wein aus Mittelitalien.

Bestimmt wusste man das schon in der Antike: Schon bei den alten Etruskern soll der Verdiccio-Wein bekannt gewesen sein und den Westgoten gab er Kraft für den Sturm auf Rom. Seine erste urkundliche Erwähnung findet sich im 14. Jahrhundert, in den Marken, wen wunderts. Denn ebenda wird er noch immer und hauptsächlich angebaut. Obwohl man ihn auch in Umbrien, den Abruzzen und auf Sardinien findet, entsteht doch in keinem anderen Anbaugebiet ein Wein, wie ihn die Winzer im Hinterland der Marken keltern: Beste, trocken ausgebaute Qualitätsweine, rassig, vollmundig und knackig. Der Vollständigkeit halber sei noch angemerkt: Sortentechnisch angesiedelt wird die Traube von Weinforschern in der Familie der Greco-Trebbiano-Trauben.

Obwohl der knackige Weisse der wohl beste Partner für alle tischfertigen Wasserwesen ist, wächst er nicht an der Küste sondern im Hinterland, in den Vorläufern des mittelitalienischen Apennins. Hier ist das Klima mild und ausgeglichen, mit warmen Tagen und frischen Nächten. Dafür sorgen die Seewinde von der Adria her. Die Marche liegen zwischen Meer und Bergen, im Norden grenzen sie an die Emilia Romagna und die Republik San Marino, an die Abruzzen im Süden und im Westen liegen die Toskana, Umbrien und Latium.

Es gibt zwei Verdicchio-Denominationen: Verdicchio dei Castelli di Jesi und Verdicchio Matelica. Castelli di Jesi ist das bekanntere Gebiet, rund 90% der Verdicchio-Weine werden hier im sanften Hügelland angebaut, das von der Adriaküste bis zu den ersten höheren Bergen reicht. Hier zieren malerische Dörfchen die Hügelkuppen wie kleine Kronen, verschlafen rund um das Städtchen Jesi verstreut. Hier in diesem moderat trockenen Klima fühlt sich die spätreife Traube wohl, die langen und trockenen Sommer lassen ihr genug Zeit und Weile, damit sie vollständig ausreifen kann und sie dankt es mit Weinen mit viel saftiger Frucht. Weniger umfangreich, auf nur rund 450 Hektaren und deshalb auch eher selten anzutreffen ist der Verdicchio di Matelica. Im hohen Bergtal, tiefer im Landesinnern und ohne Verbindung zum Meer, herrscht ein raueres, eher kontinentales Klima. Die Bergwinde des Apennins können zuweilen bissig kalt sein, in der Ferne türmen sich verschneite Berggipfel. Hier sind die Nächte frisch und die Trauben reifen langsam, es dauert mehr Zeit, bis die Reben genug Wärme getankt haben. Aber in den kühlen Nächten bilden sie dafür Extraktstoffe und feine Säure. Gute Matelica-Weine sind aromatischer und mineralischer als andere Verdicchios, aber auch leichtgewichtiger. Beiden gemeinsam ist ein feiner, eleganter Bitterton, der an süsse Mandeln erinnert. Und die Weine haben eine kräftige Säure, sind vollmundig und präsentieren ein frisches Fruchtbouquet mit Apfel-, Birnen- und Pfirsicharomen.

Verdicchio kommt vor allem als junger Wein auf den Markt, kann aber auch hervorragend altern. Für Schatzsucher ist der Verdicchio ein Glücksfall: Er erzielt bei den Ratings stets Bestnoten, aber beim „Weinnormalo“ hat sich seine Qualität und Finesse noch nicht rumgesprochen. Deshalb meinen wir vehement: Ein Spitzenwein mit spannenden Preisen.

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