Vino e vita

Weinschwenker

Warum den Wein schwenken? Und wie genau?

Arnaldo Caprai

Produzent Arnaldo Caprai nimmt die Aromen seines Weines wahr. (Bild: Flavia Vergani)

Man kennt das Prozedere: Nach dem Einschenken wird das Glas hochgehoben, die Farbe des Weins bestaunt und begutachtet, das Glas leicht geschwenkt und mit der Nase beschnüffelt. Und JA, das Schwenken hat einen Grund und ist nicht einfach Relikt eines Rituals. Wer dem Wein nämlich ein paar Runden im Glas gönnt, hilft, das Aroma zu entfalten. Wein reagiert bekanntlicherweise mit Sauerstoff. Während seiner Lagerung wird stark darauf geachtet, dass möglichst kein Sauerstoff in die Flasche kommt, denn er lässt den Wein altern und verderben. Ist die Flasche zum Genuss bereit, möchte man möglichst schnell erkunden, was man im Glas hat. Durch das Schwenken erhält der Wein Sauerstoffkontakt, dadurch wird Alkohol frei gesetzt und dieser trägt feinste Aromastoffe in die Nase. Bis zu 90 Prozent der Aromastoffe können so wahrgenommen werden. Je stärker also der Wein mit dem Sauerstoff in Kontakt kommt, desto mehr verändert sich sein Geruch, aber auch sein Geschmack. Vor allem bei älteren Weinen ist das nicht immer ganz ungefährlich, da kann ein Wein auch schon einmal oxidieren und kippen. Deshalb nicht schütteln, Sie sind kein James Bond und Wein ist kein Martini. Und auch nicht zu schnell kreisen, schliesslich betreibt man ja keine Zentrifuge.

Um den Wein in Rotation zu versetzen, reicht es, wenn Sie das Glas am Stiel anfassen und mit der Hand eine schwungvolle, kreisende Bewegung machen. Man merkt direkt, wie der Wein der Bewegung folgt. Um die Eigenrotation zu erhalten, reicht dann meist ein leichtes Schwenken aus dem Handgelenk. Wer es vorsichtig angehen lassen möchte, kann das Glas auch auf dem Tisch lassen und mit dem Glasboden eine Kreisbewegung machen. Wenn Sie anschliessend Ihre Nase hineinhalten, nehmen Sie das Bukett und die verschiedenen Aromen viel intensiver und nuancierter wahr.

Es gibt sogar Weinexperten, die behaupten tatsächlich, dass es einen Unterschied macht, ob man nach rechts oder nach links rotiert. Gegen den Uhrzeigersinn fördere die Wahrnehmung der Tannine, mit dem Uhrzeigersinn würden die Fruchtaromen mehr ins Gewicht fallen. Nun, da kann man nur sagen: Probieren geht über studieren.

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