Vino e vita

Wer tief ins Glas schaut …

Weinfarben Teil 2: Die Weinfarbe im Glas verrät so Einiges über den Rebensaft und seine Herkunft.

Weinfarbe

Probieren Sie das Farbspiel aus und lesen Sie den Wein an der Farbe. (Foto: Flavia Vergani)

… erfährt mehr über Wein. Denn ein Blick genügt und erste Geheimnisse werden enthüllt. Weine probieren ist ein richtiges Ritual und dazu gehört unbedingt das Betrachten des Weines im Glas. Das kann reine Vorfreude sein oder ein Automatismus. Oder aber man liest in der Weinfarbe heraus, was sich wohl so vielversprechend im Glas tummelt. Denn die Farbe gibt schon vor dem Probieren ein paar Geheimnisse preis.

Die Farbe des Weines ist sein Kleid, bei Degustationen spricht man manchmal sogar ehrfurchtsvoll von der Robe. Im übertragenen Sinne könnte man sogar sagen: Auch beim Wein machen Kleider Leute. Denn das Kleid – oder eben die Farbe - erlaubt eine gute erste Einschätzung zu Alter, Herkunft oder der Art seines Ausbaus. Die Farbe eines Weines bleibt nicht immer gleich sondern verändert sich mit dem Altern und der Reifezeit.

Dabei verhalten sich Weiss- und Rotweine im Farbverlauf über das Alter gerade umgekehrt: Weisswein dunkelt mit zunehmendem Alter nach, Rotwein wird heller. Aber bei beiden geht der Farbton im Alter in einen bräunlich geprägten Ton über. Somit kann also schon beim ersten Blick eine Einschätzung gemacht werden zum Alter des feinen Rebensaftes im Glas. Je höher der Braunanteil der Farbe, umso älter der Wein. Und ja, braune Weine ohne roten Schimmer sind meist „hinüber“ und kaum mehr geniessbar. Betrachtet wird der Wein im Mittelpunkt des Glases, dem „Kern“, dort schillert die Farbe am kräftigsten. Zur Glaskante hin wird der Wein meist blasser. Je grösser der Unterschied vom Kern zum Rand hin ist, desto gereifter ist der Wein.

Das Glas hält man am besten schräg und vor einen hellen, neutralen Hintergrund, so kann man Farbabstufungen gut erkennen. Eine Grundregel zur Herkunft lautet: Je heller die Weine sind, desto kälter die Herkunftslage. Das liegt meist an der Traubenhaut, intensive Sonneneinstrahlung mit warmem, südlichem Klima führt zu einer dickeren Traubenhaut, die Farbe ist sozusagen ein Sonnenschutzmittel. Deshalb sind dunkle Weine aus südlichen Regionen und zeigen violette Töne. Natürlich gibt es aber auch Rebsorten, die in der Farbe charakteristisch sind unabhängig vom Anbaugebiet: Cabernet Sauvignon beispielsweise, Dornfelder, Shiraz oder auch Merlot sind aus Prinzip farbstarke Weine.

Eine weitere Regel bei den Rotweinen lautet: Helle Weine sind eher leicht, farbstarke oft körperreich und tanninhaltig. Zinnoberrote Reflexe weisen eher auf ein nördliches Anbaugebiet, diese Weine sind oft säurebetont. Die Farbpalette beim Rotwein reicht von hellrosa bis fast schwarz. Die Farbskala beim Weisswein geht von fast weiss bis zu gelbbraun oder bernsteinfarben. Auch hier deutet die blasse Farbe auf ein kühleres Klima. Spannend sind auch hier die Nuancen: ein grünlicher Schimmer deutet auf viel Säure. Goldener Wein wird eher alkoholreich und schwer sein, vielleicht sogar im Eichenfass ausgebaut. Aber auch die Traubensorten haben ihr eigenes Farbspiel, Chardonnays tendieren ins Gelbe, Sauvignon Blancs beispielsweise sehen blass aus. Ist die Farbe blass und hell, deutet das auf einen jungen Wein, auf ein kühleres Klima und einen Ausbau im Stahltank. Ist die Farbe stark, stammt der Wein aus einem warmen Klima, ist schon reifer und wurde wahrscheinlich im Eichenfass ausgebaut. Je heller der Wein ist, umso trockener ist er in der Regel, je dunkler, umso süsser. Und je mehr Sie sich achten und das Farbspiel spielen, umso spannender wird es, den Wein an der Farbe zu lesen. Probieren Sie es aus!

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