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Dolcetto

Dolcetto ist kein kleines Dessert und überhaupt legt man mit seinem Namen eine völlig falsche Fährte. Übersetzt heisst er nämlich kleiner Süsser, aber süss ist die Rotweinsorte gar nicht, im Gegenteil. Dolcettoweine sind eher trocken und charakterstark, mit viel Frucht und herzhaften Tanninen. Vielleicht hat er seinen Namen aber vom piemontesischen dusset, was auf Dialekt so viel wie Rücken oder Hügel bedeutet. Das könnte noch Sinn machen, wächst der Dolcetto doch häufig auf den gleichen Hügeln wie der Nebbiolo, allerdings auf der Schattenseite. In erster Linie wurde er da angepflanzt, weil er mit weniger Sonne auskommt und eine kürzere Reifezeit hat als die Nebbiolotraube. Auch an weniger bevorzugten Lagen bringt Dolcetto anständige Erträge von guter Qualität hervor. Seine Heimat ist das Piemont, hier ist die Dolcettotraube hinter Barbera die zweithäufigste Rotweinsorte. Aber in Bezug auf seine Relevanz schafft es die Traube nur auf Platz 3, nicht nur auf den Hügeln steht sie im Schatten des Piemonteser Stars, des Nebbiolo. Dabei ist es unfair, die beiden zu vergleichen, die Dolcettoweine haben eine ausgesprochene Daseinsberechtigung, spielen einfach auf einem anderen Feld. Sie sind hervorragende Essensbegleiter und ergänzen eine herzhafte, gute Alltagsküche mit lebendiger Säure, viel frischer Frucht und angenehmer Länge. Sie sind charaktervoll aber nicht sehr alkoholschwer, ausgewogen und harmonisch im Bukett. Was noch? Sie punkten mit einem herrlichen Rubinrot, sind trocken und weich und vor allem: ausgesprochen süffig. Der Dolcetto ist zusammen mit dem Barbera der Alltagswein im Piemont schlechthin, da trinkt man nicht Barolo als Tischwein. Über ihren Ursprung wird diskutiert, man weiss aber, dass die Traubensorte vor tausend Jahren im Monferrato, zwischen Seealpen und Po, kultiviert wurde. Also eine alte Rebe, die sich auch in die Gegenden um Mailand und Piacenza verbreitete und in Frankreich und Nord- und Südamerika zu finden ist. In Italien wird die Dolcettotraube sieben DOC-Gebieten zugeordnet. Und zum Schluss noch: Trinken Sie den Dolcetto jung, bei einer Trinktemperatur zwischen 16 und 18 Grad. Gönnen Sie sich dazu ein herzhaftes Essen, denn er ist nicht so der Soloplayer für zwischendurch. Mit Begleitung hat der aber durchaus Showpotential.

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