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Elio Altare

Im 19. Jahrhundert förderte Graf Cavour den Weinbau im Piemont. Sehr bald avancierte Barolo zum «Wein der Könige» am damaligen Hof. Gekrönte Häupter sind heute nicht mehr gefragt, dafür Leute wie Elio Altare: Winzer, die es verstehen, königlichen Wein zu produzieren. Sein privater Weinkeller gleicht einer königlichen Schatzkammer. In den Gestellen lagern Barbera und Barolo aller Jahrgänge. Sogar 20-jähriger Dolcetto, den man eigentlich jung trinken sollte. «Nicht mein Dolcetto», lächelt Elio Altare verschmitzt, «kürzlich degustierte ich mit Freunden den 90er – ein Traum!» Der quirlige Winzer hat 50 Weinlesen mitgemacht. Seit Jahrzehnten führt er mit buchhalterischer Genauigkeit ein Tagebuch mit Einträgen über Wetter, Traubenstadien und Degustationen. Die Weine in seinem Keller repräsentieren das Lebenswerk eines Mannes, der Kultstatus erreicht hat. Er winkt bescheiden ab. «Ma no, ich bin ein einfacher Weinbauer.» Sein Wohnhaus befindet sich unterhalb von La Morra, hoch über der Langhe. Angrenzend liegt sein erstklassiger Rebberg Arborina. Ein Amphitheater mit ausgezeichnetem Mikroklima, wie geschaffen für Nebbiolo-Trauben. Dabei kultivierte Elios Vater hier Haselnüsse, Obst und Pfirsiche. «Damals pflügte ich mit einem Ochsengespann», erinnert er sich. In den Arbeitervierteln von Turin verkaufte er auf der Strasse Äpfel und Wein in grossen Korbflaschen. Die Wertschöpfung war gering, die Konkurrenz gross. Der aufgeweckte Jüngling reiste ins Burgund, studierte die grossen Weine und ihre geschickte Vermarktung. Wieder zu Hause, griff er zum Entsetzen seiner Eltern zur Motorsäge, fällte alle Obstbäume und stellte auf Weinbau um. Als er dann auch den Traubenertrag reduzierte und nachts in der Kellerei schlief, um dem Wein beim Gärprozess nahe zu sein, erklärte ihn sein Vater für komplett verrückt. Hätte er damals nicht so gehandelt, wäre die Welt heute um Spitzenweine wie den Barolo Brunate ärmer. Der tiefrote Göttertrank trumpfte 2004 bei Parker mit 97 Punkten auf und erhielt von Gambero Rosso tre bicchieri. Auch den vorzüglichen Larigi Langhe Rosso könnten wir nicht geniessen. Ganz zu schweigen vom Barolo Arborina, den er mir reicht. Jahrgang 1994! Und der Weinstein, der sich gerade bei älteren Weinen oft ins Glas ergiesst? «Das ist Spitzenmedizin. Keine Apotheke verkauft ein besseres Beruhigungsmittel!», schwärmt der Barolokönig begeistert.

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Im 19. Jahrhundert förderte Graf Cavour den Weinbau im Piemont. Sehr bald avancierte Barolo zum «Wein der Könige» am damaligen Hof. Gekrönte Häupter sind heute nicht mehr gefragt, dafür Leute wie Elio Altare: Winzer, die es verstehen, königlichen Wein zu produzieren. Sein privater Weinkeller gleicht einer königlichen Schatzkammer. In den Gestellen lagern Barbera und Barolo aller Jahrgänge. Sogar 20-jähriger Dolcetto, den man eigentlich jung trinken sollte. «Nicht mein Dolcetto», lächelt Elio Altare verschmitzt, «kürzlich degustierte ich mit Freunden den 90er – ein Traum!» 

Der quirlige Winzer hat 50 Weinlesen mitgemacht. Seit Jahrzehnten führt er mit buchhalterischer Genauigkeit ein Tagebuch mit Einträgen über Wetter, Traubenstadien und Degustationen. Die Weine in seinem Keller repräsentieren das Lebenswerk eines Mannes, der Kultstatus erreicht hat. Er winkt bescheiden ab. «Ma no, ich bin ein einfacher Weinbauer.» Sein Wohnhaus befindet sich unterhalb von La Morra, hoch über der Langhe. Angrenzend liegt sein erstklassiger Rebberg Arborina. Ein Amphitheater mit ausgezeichnetem Mikroklima, wie geschaffen für Nebbiolo-Trauben. Dabei kultivierte Elios Vater hier Haselnüsse, Obst und Pfirsiche. «Damals pflügte ich mit einem Ochsengespann», erinnert er sich. In den Arbeitervierteln von Turin verkaufte er auf der Strasse Äpfel und Wein in grossen Korbflaschen. Die Wertschöpfung war gering, die Konkurrenz gross. Der aufgeweckte Jüngling reiste ins Burgund, studierte die grossen Weine und ihre geschickte Vermarktung. Wieder zu Hause, griff er zum Entsetzen seiner Eltern zur Motorsäge, fällte alle Obstbäume und stellte auf Weinbau um. Als er dann auch den Traubenertrag reduzierte und nachts in der Kellerei schlief, um dem Wein beim Gärprozess nahe zu sein, erklärte ihn sein Vater für komplett verrückt. Hätte er damals nicht so gehandelt, wäre die Welt heute um Spitzenweine wie den Barolo Brunate ärmer. Der tiefrote Göttertrank trumpfte 2004 bei Parker mit 97 Punkten auf und erhielt von Gambero Rosso tre bicchieri. Auch den vorzüglichen Larigi Langhe Rosso könnten wir nicht geniessen. Ganz zu schweigen vom Barolo Arborina. Und der Weinstein, der sich gerade bei älteren Weinen oft ins Glas ergiesst? «Das ist Spitzenmedizin. Keine Apotheke verkauft ein besseres Beruhigungsmittel!», schwärmt der Barolokönig begeistert.

«Ich bin Landwirt. Als 20 jähriger Mann habe ich das Land noch mit dem Ochsen gepflügt. Ich habe gelernt, das Land und die Arbeit zu respektieren.»

Elio Altare, Winzer

 

 

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