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Collazzi

Collazzi ist ein Vorzeigeweingut in der Toskana, auf dem sich der Marchese Lamberto de’ Frescobaldi mit dem Önologen Alberto Torelli und seinem Team dank immer neuen Ideen in immer neue Höhen schaukelt. Ein Besuch, der auch durch die Geschichte der Jahrhunderte geht.

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Collazzi

Collazzi ist ein Vorzeigeweingut in der Toskana, auf dem sich der Marchese Lamberto de’ Frescobaldi mit dem Önologen Alberto Torelli und seinem Team dank immer neuen Ideen in immer neue Höhen schaukelt. Ein Besuch, der auch durch die Geschichte der Jahrhunderte geht.

 

 

«Hier habe ich gelernt, Vespa zu fahren», sagt Marchese Lamberto de’ Frescobaldi und zeigt auf die staubige Zypressenallee. Damals wie heute: er liebt das Tempo. Auf Motorrädern, in Rennautos. Wir kommen darauf zurück. Auch die Allee führt weg von unserer Geschichte, weg von einer der bedeutendsten Villen der Region um Florenz und wer Florenz und seine Region kennt, ahnt, was diese Aussage bedeutet. Doch bevor wir uns verzetteln: wo sind wir, was tun wir? Wir stehen vor der Villa Collazzi. Sie befindet sich in Giogoli, ganz in der Nähe von Scandicci, 7 Kilometer ausserhalb von Florenz, auf den «Colli Pazzi», wie es der Marchese ausdrückt. Ah ja – man sieht die Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore. Wie der Name Frescobaldi es vermuten lässt, geht es hier um die bedingungslose Liebe zum Wein. «Collazzi ist ein privates Projekt», stellt der Marchese aber klar, «Hier haben wir früher unsere Ferien verbracht», fügt er an. So stellt man sich das Landleben vor. In einer majestätischen Villa, die aufgrund der Pläne des Michelangelo-Schülers Santi di Tito im Jahre 1560 fertiggestellt wurde. Umschwung? 300 Hektar Land, davon 120 Hektar Olivenhaine, 33 Hektar Reben, der Rest ist Wald. Drinnen eine geweihte Privatkapelle mit Papststuhl, eine Bibliothek, ein umfassendes Schriftenarchiv, das zahlreiche Geschäfte zwischen den Familien Strozzi, Dini und Medici dokumentiert, der wohl grösste Billardtisch Italiens, der aufzeigt, dass man Billard damals mit der Hand gespielt hat, zwei wertvolle Globen, minutiös um 1711 ohne Australien erstellt, weil man es zu dieser Zeit noch gar nicht kannte. Da hängen strahlende Bilder an den Wänden, die so gross sind, dass sie in den Räumen selbst entstanden sein müssen, kunstvoll gefertigtes Porzellan für die Familie Dini in einem massiven Buffet, dessen Dimensionen mit einem normalen Massband nicht erfassbar sind und Möbel über Möbel, die Geschichte erzählen könnten. Doch sie schweigen. Das Innere der Villa ist die Ruhe selbst.

 

 

«Collazzi ist für mich wie ein wunderschöner Traum.»

Lamberto de’ Frescobaldi

 

Alles ist ein Original. Raum für Raum begehbare Kulturgeschichte zum Anfassen – naja. Die Villa bleibt vorwiegend Privathaus und ist kein Museum, wobei sich die Familie eher im Obergeschoss aufhält. Unten beeindrucken selbstredend die gross angelegten, nicht beheizbaren, hohen Räume, die unsichtbar hinter den Kulissen durch die Korridore der Bediensteten verbunden sind. Vom eigentlichen Wesen des Reichtums künden auch die kleinen Dinge, die die Jahrhunderte hier in aller Bescheidenheit und allen Wirren, Wirrköpfen und Bombardements zum Trotz stoisch überdauert haben. Bemerkenswert. Da liegt auf dem Tisch im roten Zimmer zum Beispiel (neben einer antiken hölzernen Orangenpresse) ein seltsamer Abstimmungskasten. Man reicht ihn herum, wählt eine Kugel und legt diese unter der hölzernen Abdeckung für den Zuschauer unsichtbar in den Kasten. Entweder links für «SI» oder rechts für «NO». Dieses praktische Kästchen hat bei den Entscheidungen der Familie wohl so manchen Streit verhindert.

  

 

Auch die kleine unscheinbare Chaiselongue in einem der Schlafzimmer könnte ächzen. Angeblich hat sie es Prinz Charles derart angetan, dass er sich eine Kopie davon anfertigen liess. Er und Diana haben im April 1985 in diesem Zimmer genächtigt. Die Familie Marchi ist mit dem englischen Königshaus befreundet und die Familie Frescobaldi lieferte bereits im 15. Jahrhundert Wein dorthin und auch in andere Königshäuser. Kennen Sie Thomas Cromwell? Er traf den Banker Francesco Frescobaldi 1533 in Florenz und wer weiss, welche  Verbindungen er sonst noch knüpfte? Es ist eine andere Geschichte, wobei vieles hier mit vielem verknüpft ist, so wie die Familien Marchi und Frescobaldi seit 1958 miteinander liiert sind. Es geht gleich los. Zuallererst aber kauften die Bankiers Baccio und Agostino Dini 1534 das Anwesen, auf dem der besagte Architekt Santi di Tito 26 Jahre später den Bau der Villa abschloss. 1933 erwarben die Brüder Carlo und Giulio Marchi das Anwesen, renovierten und vollendeten es in der heutigen Gestalt. Zugegeben, das ist ein grosser Zeitsprung, aber wir müssen vorwärtsmachen, denn der Marchese hat wenig Zeit. Die Geschichte, wie er in der Villa Colazzi das Vespafahren gelernt hat, hat – wie erwähnt – mit Heirat zu tun. Bona Marchi, die die Villa gemeinsam mit ihrem Bruder Carlo übernommen hatte, heiratete einen Mann namens Vittorio de’ Frescobaldi, sie bekamen vier Kinder. Sohn Lamberto leitet seit 1989 den Bereich Landwirtschaft und Weinbau des Familienunternehmens de’ Frescobaldi – «In der 30. Generation », wie er routiniert betont. Irgendwie lag es nahe, dass er sich auch ein wenig um die Geschicke der Reben auf Collazzi kümmerte. «Zugegeben, mit dem Namen de’ Frescobaldi geht das etwas einfacher», sagt er verschmitzt. Unsere Geschichte nimmt langsam an Fahrt auf.

«Collazzi ist für mich wie ein wunderschöner Traum. Meine Mutter und mein Onkel fragten mich, was man hier tun könnte. Ich antwortete, dass ich hier zu nichts imstande sei, ausser etwas Wein herzustellen.» Der Aufbruch – beschlossene Sache. «Von Anfang an sahen wir Collazzi nicht als Frescobaldi-Weingut. Ich wollte keine Interessenkonflikte und dank Collazzi konnte ich persönlich auch andere Menschen kennenlernen, solche wie Reto Vergani, die kleinere Vertriebswege bedienen und hoch spezialisiert sind. Leute, die sagen, was sie denken und Lust haben, mit uns das Herzensprojekt aufzubauen. Was für ein Glück!», sagt er. Die alten Reben wurden herausgerissen, 1999 kam der erste Jahrgang auf den Markt. Die Reblagen um Collazzi herum wurden sukzessive und vorwiegend mit Cabernet Sauvignon, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot bestückt. Sangiovese sucht man beinahe vergeblich, wobei sie im Bastioni, dem DOCG Chianti Classico des Hauses, natürlich auftaucht und dort nur mit etwas Merlot und Malvasia Nera abgerundet wird. «Die erste Rechnung haben wir von Hand geschrieben», erinnert sich der Marchese. Einen Computer hätten sie keinen gehabt. «Collazzi ist das, was man macht, wenn man alle Details in der Weinproduktion anschauen will und anschauen kann», sagt er. Die begeisterte und begeisternde Freude schwingt spürbar mit. «Bei grösseren Projekten ist das nicht möglich, hier können wir jeden Schritt kontrollieren und gleichzeitig dürfen wir uns keine Fehler leisten», sagt er und damit meint er vor allem Alberto Torelli, den er vor 17 Jahren für die önologische Leitung angeheuert hat. Torelli nickt. Auch er ist zu uns gestossen. Es ist Abend geworden. Wir sitzen in der Locanda Collazzi, dem feinsinnigen Restaurant, das sich über dem Weinkeller befindet und sich der «Exzellenz des Essens und der Weine sowie dem Sinn des Schönen» widmet. Lamberto de’ Frescobaldi erklärt es so: «Vieles von dem, was wir hier anbieten, stammt aus eigenem Anbau. Rinder, Hühner, Olivenöl, Wein – wir legen sehr viel Esprit und Seele hinein», sagt der Marchese im Wissen darum, dass nicht alle Gäste diesen Luxus auch als solchen verstehen. «Collazzi ist keine kodifizierte Schönheit», sagt er, weiter ausführen mag er das nicht.

  

 

Alberto Torelli hingegen kann sich kaum halten. Manfühlt, dass seine Begeisterung förmlich durch seinen Körper fliesst. «Ich konnte alles mit aufbauen, Jahr für Jahr, Schritt für Schritt. Aus einer alten Fattoria ist ein führendes Qualitätsweingut geworden – nur das interessiert uns», sagt er und er sagt es, ohne damit anzugeben. «Mit 5000 Flaschen Wein pro Hektar bleibt Collazzi ein kleines Weingut, aber eines, das mich immer noch jeden Tag befeuert, die Passion will mir einfach nicht abgehen, ich bin vernarrt in diesen Ort und seine Böden», sagt er, der im zarten Alter von 23 Jahren auf diesen Hügeln zu arbeiten begonnen hat. Angeblich, weil Torelli, seine unkomplizierte Art und seine ehrliche Meinung dem Marchese an einer Weinmesse in Meran imponiert hätten und dieser ihm noch auf der Messe einen Job angeboten habe. «Ich mag es, wenn man sagt, was man denkt und weiss, was man will. Weil Reto Vergani das auch tut, konnten wir seit 2004 gemeinsam wachsen. Wir haben uns gefunden, es ist ein schöner Weg, auf dem wir uns immer wieder mit einem Lächeln begegnen», sagt Lamberto de’ Frescobaldi. «Bloss akzeptiert der Marchese leider nicht alles», murmelt Vergani zu Tische, während der Marchese nachdoppelt: «Naja, wenigstens erscheint Vergani als Ehrenmann.» Dann lachen sie wieder und erzählen sich Geschichten wie jene, bei der Vergani die komplette Produktion des ersten Jahrganges des damals noch unbekannten Weines Namens Ferro, der zu 100 Prozent aus Petit Verdot vinifiziert wird, gekauft hat. An der Vinitaly. Bei Alberto. «Alberto ruft mich an», so erzählt es der Marchese: «… und erzählt mir, dass Vergani alle 2010er-Ferro gekauft habe! Ich reagierte etwas ungehalten und erklärte Alberto, dass das auf keinen Fall gehe! Punto.» – «Das ist einer der besten Petit Verdot der Welt», sagt Alberto, habe die Master of Wine Fiona Morrison zu ihm gesagt, als sie den Ferro noch aus dem Fass degustiert habe. Sie muss es wissen. Schliesslich ist sie mit Jaques Thienpont verheiratet und ja, Le Pin im Pommerol ist eines der drei Châteaus, das sie betreiben. «Fiona Morrison hat uns Mut gemacht, weil sie sagte, dass sie noch nie einen hundertprozentigen Petit Verdot verkostet habe, der so eine Komplexität aufweise und dabei nicht vulgär daherkomme», erzählt Alberto Torelli ganz ergriffen. Die mineralienreichen Sand- , Ton- und Kalkböden und die nördlich ausgerichtete Lage seien dafür verantwortlich. 

 

 

Wieder bringt sich Lamberto de’ Frescobaldi ein: «Und dann kam Reto Vergani und hat alles gekauft!» Ein Mittagessen sei angesetzt worden, die Stimmung sei eigentlich gut gewesen, erzählt der Marchese und weiter: «Da erlaubte ich mir die leise Bemerkung, dass ich 250 Flaschen Ferro leider zurückbehalten müsse. Vergani hörte nicht zu. Er sagte nur, wenn mir der Wein so gut gefalle, könne ich ihn ja von ihm zurückkaufen!» Michelangelo tauschte Kunst gegen Weine der de’ Frescobaldis, aber lassen wir das. Seit dem Ferro-Austausch sind jedenfalls noch etliche weitere gemeinsame Projekte entstanden, zum Beispiel der in Barriques ausgebaute Fiano unter dem Label Anima di Vergani. «Zum Dank haben wir nach jeder Bestellung und bei jeder Lieferung immer etwas Olivenöl oder zwei Weinkartons mehr aufs Palett gelegt», sagt Alberto. Und der Marchese übernimmt: «Und eines Tages ruft Vergani an und ermahnt uns eindringlich, wir sollen damit aufhören. Es mache seine Buchhaltung verrückt. Dabei wollten wir nur nett sein!» Und so lachen sie weiter und erzählen, bis die Nacht über Collazzi hereinbricht. Dann zückt Lamberto de’ Frescobaldi sein Handy und zeigt das Video, in dem man ihn unschwer auf einem geländefähigen Motorrad erkennen kann, das durch die Reben fährt. Das Tempo ist hoch und die neu bepflanzte Parzelle unterhalb der Villa scheint die kühnsten Erwartungen zu übertreffen. Alberto Torelli: «Seit 15 Jahren wollte ich an dieser Stelle einen Rebberg anlegen.» Der Boden besteht zu 100 Prozent aus Gallestro Toscano, ein sehr poröses, bröckeliges Felsgestein. Unter dem Rebberg liegt ein See. «Eine fantastische Lage», schwärmt Torelli. «Ihr werdet schon sehen», sagt der Marchese und lächelt. «Wenn nur der Preis nicht hochgeht …», sagt Reto Vergani.

 

Text: Andrin Willi | Bild: Lukas Lienhard | Quelle: Edizione Vergani 13

 

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