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Piaggia

Carmignano ist trotz seiner 13 000 Einwohner ein ländlich geprägtes Städtchen im Westen von Florenz geblieben, umgeben von der charmanten Hügellandschaft der Toskana, die Reisende seit jeher bezaubert. Am Morgen wird man hier nicht nur durch das unvermeidliche Motorradgeknatter geweckt, sondern auch durch das Gackern der Nachbarshühner oder das Muhen einer Kuh, die gemolken werden will. Ein Traktor rumpelt am Haus vorbei in Richtung Reben.

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Carmignano ist trotz seiner 13 000 Einwohner ein ländlich geprägtes Städtchen im Westen von Florenz geblieben, umgeben von der charmanten Hügellandschaft der Toskana, die Reisende seit jeher bezaubert. Am Morgen wird man hier nicht nur durch das unvermeidliche Motorradgeknatter geweckt, sondern auch durch das Gackern der Nachbarshühner oder das Muhen einer Kuh, die gemolken werden will. Ein Traktor rumpelt am Haus vorbei in Richtung Reben.

 

 

Direkt unter uns schmiegen sich wie in einer grossen, flachen Muschel die Reben Carmignanos an den sanft abfallenden Hang, da und dort durch eine Hecke oder eine Baumgruppe unterbrochen. 120 Hektaren sind es insgesamt. Damit gehört Carmignano zu den kleinsten DOCG-Regionen Italiens. Der Wein aus Carmignano genoss schon im Mittelalter höchstes Ansehen. Francesco di Marco Datini (1335-1410), der berühmte Kaufmann aus dem nahen Prato, und sein Freund Ser Lapo Mazzei sprachen dem «funkelnden Carmignano» gerne zu; sie befanden ihn als viel zu gut, um ihn mit Wasser zu vermischen. Auch später galt der Rotwein aus Carmignano als einer der besten, teuersten Weine von Florenz. Heute ist Carmignano – ein Opfer seiner geringen Grösse – etwas in Vergessenheit geraten. Und somit ein Geheimtipp! Rund 15 ernst zu nehmende Erzeuger teilen sich die Fläche auf, einer von ihnen ist Mauro Vannucci, tatkräftig unterstützt von seiner Tochter Silvia, einer promovierten Juristin. Der Gambero Rosso 2009, die Bibel unter den italienischen Weinführern, bezeichnet Mauro Vannucci als einen «der seriösesten und verlässlichsten Erzeuger der Carmignano-Zone». Dabei wurde Vannucci das Winzerhandwerk nicht in die Wiege gelegt. Karriere machte er nämlich zuerst mit seiner Strickwarenfabrik. Mittlerweile ist der Weinbau, anfangs vor allem ein Steckenpferd, längst ein wichtiges zweites Standbein geworden.

 

«Das Resultat sind sehr vollmundige, geschmeidige, modern vinifizierte Weine mit internationalem Flair, charmante Schmeichler mit verlockenden Brombeeraromen, denen nur wenige widerstehen mögen.»

Mauro Vannucci, Gründer Piaggia

 

«Wir kauften das Weingut zu Beginn der Siebzigerjahre», erinnert sich der Hausherr, der uns über Schotterpisten in seine Rebberge chauffiert. Zuerst waren es nur 2,5 Hektaren, heute sind es insgesamt 17, die er von zwei Festangestellten bewirtschaften lässt, beraten von einem Agronomen und einem Önologen. Produziert werden 60 000 Flaschen pro Jahr. Gerade ist einer seiner Arbeiter dabei, mit einem kleinen Traktor die Rebreihen auf und ab zu fahren und das wild ins Kraut schiessende Blattwerk zu beschneiden. «Und dann folgt schon bald die vendemmia verde», erklärt Mauro Vannucci, «zur Begrenzung des Ertrags. Wir wollen schliesslich kräftige, konzentrierte Weine ...»

Kurzzeitig verliert unser Gastgeber den Faden. Unsere hübsche junge Fotografin lenkt ihn sichtlich ab. Vor lauter Schäkern hätte er doch um ein Haar seine Reben vergessen! Doch wir rufen ihn erbarmungslos zurück in die Realität, in den Rebberg, wo einer seiner drei Weine, der Carmignano Il Sasso, wächst. «Sie brauchen sich nicht lange zu fragen, woher dieser Wein seinen Namen hat», besinnt sich Mauro und zeigt auf all die Steinbrocken rundherum – «sasso» heisst nämlich Stein. Stolz wirft er sich in die Brust und zeigt uns die Unterschiede zwischen seinen Reben und denen der Nachbarn: «Man findet in der Toskana wohl bessere Weine als die meinen, aber ganz sicher keinen besser unterhaltenen Rebberg.» Wie zur Bestätigung flitzen zwei Feldhasen an uns und Mauros Jagdhund vorbei. Der Spaniel Rocco scheint ebenfalls nicht ganz bei der Sache, schnüffelt er doch so interessiert herum, dass er die Hasen nicht einmal bemerkt.

Im hochmodernen Keller der Azienda Piaggia versammeln wir uns um einen eleganten Glastisch und verkosten die Weine. Das Reglement der DOCG Carmignano ist streng und schreibt detailliert die Anteile der diversen Sorten vor: mindestens 70% Sangiovese, höchstens 20% Canaiolo nero, 10-20% Cabernet Sauvignon und/oder Cabernet franc. Dazu gesellen sich allenfalls maximal 10% weisse Sorten und weitere 10% andere rote Sorten. «Ach was», winkt Mauro – auf das Reglement angesprochen – verärgert ab, «was interessiert uns der Canaiolo nero! Wir legen das Disziplinar frei aus …» Und ersetzen den ungeliebten Canaiolo nero durch Merlot. Das Resultat sind sehr vollmundige, geschmeidige, modern vinifizierte Weine mit internationalem Flair, charmante Schmeichler mit verlockenden Brombeeraromen, denen nur wenige widerstehen mögen. Der normale Carmignano und die Riserva sind im gleichen Verhältnis zusammengesetzt – mehr als zwei Drittel Sangiovese, ergänzt durch Cabernet und Merlot –, doch während der Il Sasso ein Jahr in französischen Barriques reift, darf sich die Riserva doppelt so lang im Holz entfalten.

«Eine Wucht!», finden Reto Vergani und sein jüngster Sohn Luca, der als erster bereits ins väterliche Geschäft eingestiegen ist. Der dritte Wein des Hauses ist der Poggio de’Colli, ein reinsortiger Cabernet franc, den es nur in kleiner Auflage gibt und der so konzentriert und kompakt daherkommt, dass man ihn fast kauen muss. «Diesen Wein werden sie uns aus den Händen reissen …», meint Reto zu seinem Sohn und prostet Mauro zu. «Zu solchen Weinen muss man natürlich etwas Rechtes essen!», betont Mauro Vannucci. Und was er unter etwas Rechtem versteht, demonstriert er uns am Abend, als er für uns so gewaltig grosse, saftige Bistecche fiorentine auf den Holzkohlegrill legt, dass wir trotz gesundem Appetit kaum die Hälfte schaffen. Da hilft in der Tat nur noch ein währschafter Schluck Il Sasso!

Text: Eva Zwahlen | Bild: Piaggia | Quelle: Vergani Magazin 2

 

 

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