B wie Barolo, Barbaresco oder Barbera?

B wie Barolo, Barbaresco oder Barbera?

Zugegeben: Das Piemont kann verwirrend sein. Barolo. Barbaresco. Barbera. Die Namen klingen ähnlich, die Weine hingegen nicht. Dabei ist die berühmteste Weinregion Italiens eigentlich ganz einfach zu verstehen – sobald man weiss, welche Traubensorte hinter welchem Wein steckt.

Gerade jetzt, wenn die Tage kürzer werden und wieder häufiger geschmort, gebraten und genussvoll gespeist wird, lohnt sich ein Blick ins Piemont. Denn kaum eine Region bringt so charaktervolle Speisebegleiter hervor. Kräftig. Strukturiert. Tiefgründig. Genau das Richtige für die kältere Jahreszeit.

Darum bringen wir etwas Ordnung in die Welt der grossen Weine aus dem Piemont.

1) Barolo | Traubensorte: Nebbiolo

Man nennt ihn den «König der Weine» – und tatsächlich tritt Barolo meist genauso auf: kraftvoll, komplex und mit beeindruckender Präsenz.

In den Hügeln der Langhe gedeiht die Nebbiolo-Traube besonders gut. Hier entsteht ein Wein mit Aromen von roten Beeren, Rosen und Gewürzen, manchmal sogar mit einer Note von Teer. Jung zeigt sich Barolo oft verschlossen und tanninreich, mit den Jahren entwickelt er jedoch bemerkenswerte Eleganz. Das Anbaugebiet südwestlich von Alba umfasst elf Gemeinden. Wer Geduld mitbringt, wird belohnt.

2) Barbaresco | Traubensorte: Nebbiolo

Die gleiche Traube, ein anderer Charakter: Barbaresco gilt oft als der feinere, zugänglichere Bruder des Barolo. Unterschiedliche Böden, tiefere Lagen und ein milderes Klima prägen seinen Charakter. Namensgeber ist die Gemeinde Barbaresco östlich von Alba, deren mittelalterlicher Turm weithin sichtbar ist. Das Anbaugebiet umfasst gerade einmal vier Gemeinden.

Typisch sind Aromen von roten Früchten, Rosen und Gewürzen. Dabei wirkt Barbaresco häufig geschmeidiger und schon in jungen Jahren zugänglich. Wer die Eleganz des Nebbiolo entdecken möchte, findet hier oft den perfekten Einstieg.

3) Barbera d’Alba | Traubensorte: Barbera

Während Nebbiolo nach Aufmerksamkeit verlangt, überzeugt Barbera mit Charme und Unkompliziertheit. Aromen von reifen Kirschen und Waldbeeren treffen auf eine lebendige Säure, die dem Wein Frische verleiht. Dank deutlich weniger Tannin als Nebbiolo wirkt er zugänglich und ist ein idealer Essensbegleiter.

Gerade die Barbera-Weine rund um Alba zeigen oft mehr Struktur und Tiefe. Der teilweise Ausbau im Holzfass verleiht ihnen zusätzliche Komplexität. Ein Wein, der nicht lange erklärt werden muss. Einschenken genügt.

4) Barbera d’Asti | Traubensorte: Barbera

Östlich von Alba, rund um die Stadt Asti, liegt die Heimat des Barbera d’Asti. Die Weine präsentieren sich häufig frisch, saftig und elegant. Rote Kirschen, Pflaumen und florale Noten prägen ihr Aromaprofil.

Ob zu Pasta, Risotto oder kräftigen Herbstgerichten: Barbera d’Asti macht am Esstisch eine hervorragende Figur. Nicht ohne Grund gilt er bei vielen Piemontesern als Wein für jeden Tag. Authentisch, ehrlich und immer mit einer Extraportion Lebensfreude.